Vortrag:       Die grausame Formgebung und sakrale Parallelwelten von Muttergöttinen und kultischen Artefakten der Steinzeit;  Vinca, Catal Hüyük, Kreta











































Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten zum Thema früher Religiosität, sakraler Aufbereitung von Archetypen und die Fortsetzung der aktuellsten wissenschaftlichen Ergebnisse zur Dechiffrierung, Lesbarkeit und Nutzungspraxis früher Kultobjekte der maßgeblichen Steinzeitkulturen konnten in einem geschlossenen und tatsächlich sehr großem Kreis von Interessentinnen vorgestellt werden. 

















 

Die Brisanz der Thematik und ihre Aktualitäten im gegenwärtigen Kulturkonnex bedingten ein enormes Echo. Ähnlich wie vor der Decodierung des Maya-Codes bietet vor allem das Thema Vinca-Kultur zur Zeit eine atemberaubende historische Relevanz, zumal es um die sachliche Neuauslegung  der Gewachsenheit der europäischen Kulturtopographie geht. Die Vorarbeit aus der Archäologie des 20. Jh. wird nachhaltige Konsequenzen nach sich ziehen. Ich selbst bin im westlichen Kulturkreis einer der ersten, welcher dieser bedeutenden Entdeckung, sowohl sachlich formal als auch kultisch inhaltlich auf den Grund geht.                  
Tatsächlich dient als Grundlage sogar für Staatenbildungen eine historisch kulturelle Kontinuität, welche durch eine Identifikation mit einer besonders frühen magischen Wurzel einhergeht. Die Machtaufladung eines steinzeitlichen Objektes siehe > die Venus von Willendorf im Naturhistorischen Museum Wien, die Vucedoltaube in Zagreb, die Vinca Göttin in Pristina, die Venus von Unterpullendorf, etc. ...;  reicht über alle Epochen bis heute. Sie dient als Grundlage für einen identifikations-linearen Verlauf der jeweiligen Kulturgeschichte einer Region mit der Möglichkeit der Fortsetzung dieser Linearität in die Zukunft. Das Ergebnis ist ein komplexeres und zeitlich längerwährendes Bewußtsein für Identitäten abseits kurzlebiger und manipulativer politisch-ideologischer Kräfte. 




Die Magie der Muttergöttin oder die Urkraft des Weiblichen

Meine Recherchen zur frühen Idolatrie verstehen sich als Fortsetzung des Lebenswerkes von Maria Gimbutas. Die unerwarteten Ergebnisse werden innerhalb der nächsten Jahrzehnte die Rezeption des Magischen und ihrer Heilsaspekte innnerhalb der öffentlichen Kulturanforderungen und des Kunstmarktes grundlegend verändern. Sowohl das europäische als auch das Individualbewußtsein werden einen neuen Impuls erfahren, einhergehend mit einer Veränderung der Kulturschöpfungsintention und aller ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen. C.G. Jung, Maria Louise von Franz werden die verdiente Weiterentwicklung ihrer Arbeiten erfahren. 


Graphik Ayse Nalan Yasin, Istanbul 2009
Überarbeitung Milan Vukovich 2013































Prototyp einer prähistorischen Muttergöttin > siehe Wikipedia

Im Jahre 1996 hielt ich die erste große bedeutende Figur in meinen Händen. Ihr Zweck ist die additive Anreicherung irrational wirksamer Formgebungen in einem anthropomorphen Objekt, welche als Auslöser bestimmter seelischer Befindlichkeiten für kultische Zwecke in Verwendung standen. C.G. Jung selbst war ein Leben lang interessiert an der Erforschung der Bundeslade, welche laut frühen Historikern das gefürchtete "Göttliche Feuer" auslöste, eine Art Hysterie, ein verdichtetes religiöses Empfinden in der menschlichen Sinnes- und Verstandesrezeption. Dieser Mechanismus wurde schon hier in der Steinzeit vor allem von religiös Eingeweihten praktiziert und im Vorfeld der europäischen Kultur für eine frühe zivilisatorische und sakrale Herrscherpraxis aufbereitet. Die Gesamtheit der steinzeitlichen Kulturen ist als reine Sakralkultur zu betrachten, ebenso legen die frühen heute noch undechiffrierten früheuropäischen Schriftzeichen Zeugnis ab von einer prä-mythischen Gesellschaft mit kosmisch ausgerichteter Kommunikationspraxis und größter Kenntnis des menschlichen physiologisch-psychologischen Mikrokosmos.