Die Königskammer der Vukovich I Kotromanich Dynastie.





Gerne nimmt man für die Choreographie eines zersplitterten Weltentheaters die nicht nur theatervisionäre hochgeniale und kranke Selbstdramaturgie des Antonin Artaud gest. 1948 ins inzwischen rein ideologische Blickfeld des zu Dürfenden. Noch gestattet die Demokraturideologie der Gegenwart meine freie und brüchebeseitigende Stellungnahme dazu.




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Die Königskammer ist eine zeitgenössische physische Rekonstruktion einer historischen Geistesposition, die der thaumaturgischen Heilsdisziplin, deren mundane Ausformung vom Verfasser aus fragmentarischen innerfamiliären kulturhistorischen Relikten neu aufbereitet wurde. 





Der Raum ist innerhalb des ältesten, vermutlich gotischen Teiles einer historisch bedeutsamen, jedoch kleinen barocken Schlossanlage eingegliedert. Königskammertraditionen bestehen mit der Menschheitsgeschichte, relevant in situ sind Bezüge zur Grabesanlage von Tutanchamun gest. 1323 v.Chr. mit seinen historisch bedeutsamen Beständen an Kunstartefakten, Mobiliar und der inhaltlichen Bezugsherstellung der religösen Kosmogonie mit dem Privatbiografischen des zu Bestattenden in der Nekropole. 

















Die Wichtigkeit bedeutender Königsgräber zeichnet sich in ihrer besonders weitreichenden Historienrückschau aus, ein immerwährendes Bedürfnis herrschender Instanzen, ihre Machtbedeutung im Zeitenverlauf über ein Menschenleben hinaus monumental zu manifestieren. Ein plumpes Protzgehabe ist es jedoch nicht.

Vielmehr beinhaltet die Lesbarkeit der Artefakte eine feine Verschlüsselung einer spirituellen Kompetenz, Zärtlichkeit, Wissen um Verlust, Trauer, Erinnerung, Anbindung an das Leben mit den ursächlichen Intentionen rund um die Leistungen, Überwindung der Angst, des Todes, Glaube an das ewige Leben und die Euphorie im kosmisch Tranzendentalen sind ihr Thema. Die Materie des Materiellen ist durchdrungen von einer Durchsicht, Verwebung und Hingabe an einen großen heiligen Geist. Ägypten, Babylonien, die Königskurgane der Skythen, europäische prähistorische Stätten, das keltische Fürstengrab von Hochdorf, die Orte meiner kulturanthropologischen Reisen und Forschungen unterliegen dieser Wesenshaftigkeit.


Archäologische Rekonstruktionen früher Herrschersitze bestätigen die spirituelle Dramaturgie ihrer Lebenshabitate mit denselben verschlüsselten Programmatiken wie ihre Nekropolen. Das kunsthistorische architektonische Vokabular sämtlicher von mir recherchierter baulicher Anlagen bis zur Neuzeit thematisiert innerhalb ihrer mythischen, religiösen und magischen Traditionen die Immanenz eines als den eigenen genannten Geschichtsverlaufes als dessen ideeller Stellvertreter der Bauherr agiert. Mit dem Verlust der Menschen sind auch bedeutende Orte, angereichert mit ideeller Kraft verloren gegangen, dessen visionäre Einmaligkeit je nach Charisma ihres Geschichtsträgers und dessen künstlerischen Interpreten, auch heute noch brauchbar wäre. Die bedeutendste Verlustkomponente ist hierbei das selten thematisierte Hingabebedürfnis in Entindividuation, das Prinzip der kompletten Entselbstung einer Leitgestalt zu Gunsten eines kollektiven Heilsvermächtnisses, das weitaus mehr als die Erhaltung eines Allgemeinwohls inkludiert. 
























Es ist die höchste Stufe, die ein Herrscher tradiert hat aus der Urelementhaftigkeit seiner schamanischen Kompetenz als Heiler.

Im Übertrag in die christliche Tradition ging dieser Faktor nicht verloren. Die frühen Babenberger und die Habsburger glühten und verglühten in ihrem reinen Geist. Dem ist nichts entgegenzusetzen. In meinem südslawischen Ahnenkreis bestand die thaumaturgische Kompetenz der Könige bis zur Renaissance. Anders als sich die balcans heute darbieten war ihre, unsere, meine Kultur eine pure Hochkultur zu ihrer Frühzeit.





















Diese Fähigkeit übertrug sich nun in einer eklektisch generativen Maßnahme in und aus dem Königskammervokabular, überträgt sich in mein zeitgenössisches Artefakt aus historischen objects trouvees, meist codierte Kunstmaterialien relevanter Renaissancen - bedeutende Kunstmaterialien. Ihre kunsthistorische Benennung und Beschreibung ist nicht mein Anliegen. Als zeitkritisches environment beinhaltet der Raum eine Ikonographie, eine Handschrift eines Künstlers, der nicht nur seine Herkunft aus altem Geschlecht zum Ausdruck bringt, sondern der eine ungewöhnliche, extrem radikale Maßnahme zu einem waghalsigen Epochenneubeginn mit einem ästhetischen Befreiungsimpuls ausholt.












VIDIM OPET NEBO




D.G. - HvN. REX
(Dei Gratia Rex VNGARIaE)
Milan V.Voccovicz-Codex