Dialogveranstaltungen   Vatikan - Wien - Aachen - Sofia - Washington - Cluj-Napoca/Transsylvanien
Foto S.E. Bischof von Cluj-Napoca Florentin Crihalmeanu anläßlich seines Besuches und Weihe der Kapelle des Hl.Basileios des Großen im Palais Czobor




Dialogsausstellung Washington - Wien,   artist Manuela Holban,    Dr. Radu Ionid Archive Director United States Holocaust Memorial Museum Washington D.C.,    Dr. Stefan Stoev
















KAPELLE DES HL. BASILEIOS DES GROSSEN    +379 n. Chr.

Altstiftung Haus Milan Vukovich 






Beschreibung
Die Hl. Basileioskapelle ist ein geistiges Manifest, ein sakraler Ort in Form einer spätantiken Kapelle in unserem Haus dem Palais Czobor de Czobor Szent´Mihaly. Sie ist aus originalem historischem Baumaterial und originalem antikem Kapelleninventar  gestiftet und errichtet worden. Der aus mittelalterlichem Bruchsteinmauerwerk bestehende 70m2 große Raum des Barockpalais bildet den topographischen Kern des alten Dorfes Penzing, ist präzise geostet und befindet sich geomantisch an einer neuralgischen Position neben der St. Rochuskapelle und der alten Schule aus dem 14. Jh. als Uraltboden der dörflichen Anlage.                                                                                  


Familientradition 
Die dem  Hl. Basileios dem Großen, + 379 n.Chr. geweihte Kapelle ist mit ihrem historischen Inventar und der frühen archaischen Ausstattung als eigene römisch-byzantinische Herzogskapelle für die Feste im röm. kath. Kirchenjahr in Verwendung. Es ist uns eine große Ehre, daß seit der Konsekration der Kapelle anläßlich des Patroziniums schon mehrere Bischofsbesuche stattfanden. Mein Dank gilt im besonderen Rektor Msgn. Mag. Vasile Lutai.


Kunsthistorische Ausstattung

Das Basileioskreuz
Das altrömische Basileioskreuz ist ein großes Altarkreuz aus originalen römischen kultischen Bronzeelementen aus dem 4. Jh. nach Christus. Es ist mit neuen Holzbalken ausgestattet und tief  dunkelrot gefaßt. Die Bronzeteile sind alle noch mit der dunkelgrünen Originalpatina versehen.
Das Monument thematisiert auf archetypische Art nach einer frühen Auffassung die Transformation des Kreuzopfers Jesu Christi als immerwährendes Sieges- und Heilsvermächtnis. Gänzlich in der Tradition der frühen Kreuzsymbole der noch spätantiken römischen Mosaikstilistik des 3. und 4. Jh. n.Chr. steht das Basileioskreuz gleichsam als Vorläufer der machtvollen Gemmenkreuze frühmittelalterlicher Machart. Sowohl das gewaltige Reichskreuz (ca 1024/25 n.Chr.), als auch das Otto-Mathilden-Kreuz (10. Jh.) und das Gisela-Kreuz (1006 n. Chr. von Königin Gisela von Ungarn) führen die Ansätze des Siegessymbols göttlicher Herrschaft in Anlehnung an römische Formgebungen weiter. Das Basileioskreuz selbst entnimmt seinen Heilscharakter der Darstellung in einer der ältesten Kirchen Roms Santa Pudenziana aus dem Apsismosaik oberhalb des Erlösers. Die Apsis als Hauptwerk spätantiker Mosaikkunst ist datierbar in das frühe 4. Jh. n. Chr., ebenso in die Zeit Basilius des Großen *330 n. Chr. in Caesarea.
Das historische Sakralartefakt ist eine Neuanfertigung aus alten Sammlungsbeständen.

Das Hervojar Drachenorden Schwurkreuz 
Das im Familienbesitz befindliche eklektische große Triumphkreuz, ein historisch einzigartiges Werkstück aus 1700 Jahre alten römischen Bronzeelementen, angelegt als rituelles Ordensobjekt, thematisiert die ebenso historisch weitest zurückreichende Sakralkultur des Thronprätendenten auf den Bosnischen Thron des Voiwoden Hrvoje Hervojar Vukcic (*1350 Grand Duke of Bosnia, Ban of Croatia und Herzog von Split). Die Symbolik der Kreuzikonographie legt ein geistlich inhaltliches Weiterführen des 1408 von Kaiser Sigismund von Luxemburg und dessen Gemahlin Barbara von Cilli gegründeten Drachenordens dar. Die Societas Draconistarum war gegründet als katholischer Hochadelsorden und requirierte angefangen vom  Röm. Dt. Kaiser Sigismund, der auch König von Ungarn war,  König Heinrich V. von England,  Alfons V. von Aragon,  Wladyslaw II. Jagiello König von Polen,  Vytautas dem Großen Großfürst von Litauen,  Gjergj Kastrioti Fürst Skanderbeg von Albanien,  Vlad II "Dracul" Fürst der Walachei  und   Hervojar Vukcic von Bosnien und Kroatien,  eine zusammengefaßte frühe europäische Herrscherkongregation.

Spätrömische Sedilie (Bronzekopie aus Aquilea)

Steinaltar, Fragment, oktogonal; um 1870 aus fürstlich Esterhazy´schem Besitz in unseren Familienbesitz gelangt

8  Holzsarkophage mit prähistorischer mythischer Kerbschnittornamentik, Buckeldeckel mit Stierhornakroterien, Siebensonnenmotive heilige Geometrie analog merowingischem Grabfund Grab 27 in Lauchheim des  6. Jh. n.Chr., Buche geräuchert, Siebenbürgen, 16.-18.Jh. n.Chr., ehem. Bestand Dorfmuseum Transsylvanien; die Sammlung positioniert im Seitengang der Kapelle repräsentiert den ältesten Möbeltypus Europas, deren Formgebung und Ritzdekor samt Inkrustationen spätneolithische Stilelemente der frühesten kultischen Keramik der Donau-, Theissregionen aufweist

Große römische Sitzbank barock, Fürstenbank; ebenso aus ehem. Esterhazy´schem Besitz

Oktogonale Kerzenleuchter neu



Die gesamte Kapelle ist ein karger Ort und die Ausstattung ist von geringem materiellen Wert. Wert gelegt wurde auf Gestaltungsprinzipien von historischer Bedeutung mit einer geistlichen Ausformung ihrer Ästhetik. Aus dem spätantiken kulturhistorischem Repertoir schöpfend wird eine grundsätzliche Urhaftigkeit des Religiösen in christologischem Sinne definiert. Die antiken Stilmittel entwickeln sich aus dem hellenistisch-römisch-jüdischen Kulturkreis und werden ab dem 3. Jh. einer eigenständigen christlichen Formensprache zugeführt. Diese Schnittstelle als Moment der Homogenität verschiedener jedoch zusammengehöriger religiöser Auffassungen mit einer bereits christlichen Identität ist das eingearbeitete Merkmal dieses Ortes. Oktogonalität als stilistisches Merkmal definiert mit der Zahl 8 die kosmische Dimension und Bronze und Kupfer thematisieren die Instrumentenhaftigkeit des liturgischen Materials für eine Leitungsfähigkeit physikalischer Energetiken, so wie es ebenso romanische und gotische Dombauhüttentechnologien vor allem auch mit Stein praktizierten. Ostung, Axialität, Verwendung archetypischer Stilmittel bei der Formgebung und Ordnung in geometrischem Sinn ergänzen die gestalterischen Maßnahmen dieser Raumschöpfung.

Die Kapelle versteht sich als Antwort auf die Divergenzen innerhalb unserer Gesellschaft im Umgang mit dem Glauben, Wissens- und Wertefragen und schließt auseinanderklaffende Individualpositionen in einer frühen verbindenden allen gemeinsamen Wurzel.  Dem Unverständnis und der Willkür im Umgang mit dem Freiheits- und Wahrheitsbegriff wird in einer historischen Rückführung mittels der Aufbereitung christlicher Archetypen dieser Konnex nochmals in einer existenziell ursprünglichen Kulturmaßnahme dargelegt.   

 



  


 Zur Aktualität:
Vor zahlreichen Gläubigen und Pilgern nahm der Hl. Vater am 1.Aug. wieder den Hl. Basilius den Großen in den Blick und knüpfte damit nahtlos an seine Katechese an. In Basilius´ Suche nach der Wahrheit und Bestreben in den Tugenden zu wachsen, in seinem Wirken der sozialen Fürsorge gegenüber den Bedürftigen, der Gründung vorbildhafter Hospizen und Einrichtungen für die Armen, da befindet sich die Aktualität, diese aufmerksame, kritische und kreative Teilnahme an der Kultur, an der Kultur von heute welcher nach wie vor Form zu verleihen ist.  When attitudes become form -  der Zusammenhang zwischen dem Demuts- und Dienensanspruch erfährt im Begriff des Hl. Basilius nämlich der architektonischen "Basiliade" seinen moralischen und demnach auch ästhetischen Wirkungsauftrag.


Schriften: 
Anaphora sancti Basilii, Adversus Eunomium, In Psalmum, in divites, Moralia


 
                                                                               






Im Rahmen der Hagiographie des Hl. Basilius widme ich als Anteil seines Vermächtnisses die Realisierung der Kapelle meinen Großeltern Benedikt und Theresia Vukovich. +1979

Ich danke Ihnen meine Majka für Ihre Liebe.

Vase mudre ruke
na moji rameni
su mi moc i dostojanstvo
temelj nasega stana
postenje za senek.
 










Besuch Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen




Am Sonntag den 13. Mai 2012 hatten wir die große Ehre und Freude Seine Exzellenz den Päpstlichen Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen bei uns im Hause in der Hl. Basiliuskapelle zu begrüßen und zu empfangen.

Begleitet wurde S.E. vom Diplomatischen Corps DI. Alexandru Gradinar, der Konsulin Dna. Florentina Balasoiu, von unserer Penzinger Delegation dem Pfarrer Mag. Christian Sieberer, Rektor Mag. Vasile Lutai, Kaplan Pater Ioan-Julian Hotico und den geehrten Schwestern vom Guten Hirten Oberin Sr. M. Benedicta und Sr. M. Margareta.

Im Laufe meiner kunsthistorischen Führung durch die Kapelle und der kurzen Darstellung der Geschichte der christlichen Ikonographie seit der Steinzeit (von der Opferschale der Vornotenkopfkeramik von 5200 v. Chr. bis zum Tassilo-Kelch 780 n.Chr.)  thematisierte ich die Kontinuitätserstellung dieser Ikonographie für die Zukunft.








...während der kunsthistorischen Führung durch die Hl Basilius Kapelle kamen wir, S.E. Nuntius Erzbischof Zurbriggen  und ich während dem Thematisieren der Formgebung historisch bedeutender Kelche, vor allem angesichts der Fragmenthaftigkeit des Inventars, auf den Mythos des Heiligen Grals zu sprechen, ein Thema welches bei der Geheimnishaftigkeit sakraler Gefäße und vor allem dieses Ortes hier immer präsent scheint. Vor dem päpstlichen Stellvertreter stelle ich gerne fest nicht Esoteriker zu sein, sondern Kulturhistoriker für alte Sakraltraditionen und Nachfahre einer der bedeutendsten christlichen Familie des südosteuropäischen Raumes zu sein, deren eigenes Geschichtsbewußtsein sich innerhalb ihres schon frühhistorischen Fürstenstandes bis in die vorchristianisierte Zeit erstreckt. Mein Thema ist die wesentlich erweiterte zeitliche und geographische Dimension der gegenwärtigen christlichen Kultur, welche sowohl mit meiner eigenen interdisziplinären Berufsauffassung als auch mit diesem genealogisch spezifischen ästhetikbestimmenden Hintergrund einhergeht. Dieser Ort thematisiert den gesamten Zusammenhang.    




Seine Exzellenz Bischof Florentin Crihalmeanu und Familie Milan Vukovich I K.
Sophia überreichte anschließend S.E. Maiglöckchen für Seine geehrte Mutter.









Das Hervojar-Kreuz ist gemäß der Kostruktion als sogenannter "Jakobsstab" sowohl ein religiöses Symbol als auch ein naturwissenschaftliches Instrument der Astronomie und fand Verwendung als frühbyzantinisches Herrschersymbol - häufig in Freskendarstellungen und ist bisher wissenschaftlich nicht untersucht. Das berühmte Mirakelkreuz zu Elspe in Deutschland steht ebenso in der Tradition des Jakobsstabes.














Seine Exzellenz der Päpstliche Nuntius Erzbischof Zurbriggen beim Zelebrieren des Byzantinischen Ritus in der Hl. Rochus Kapelle, Sonntag, der 13. Mai 2012