CHRONIK EINES VERSCHWINDENS

meine Minderheit







Ich erinnere mich gerne an meine frühe Zeit an nächtlich lodernde Lagerfeuer im nebligen Spätherbst in Großwarasdorf
an die kultische Untermalung meiner Privatmythologien an die Volkstanz- und polyphone Gesangsgruppen und an meine eigenen DJ Einlagen von Steve Reich und besonders John Cage. Ich erinnere mich an die ausgedehnte Stille, die ich von ihm gelernt habe





















Themen                    Mithrasheiligtum Schwurhöhle Jajce
                                 Hervojar Vukcic Hrvatinic Thronprätendent Herzog von Split Ritter des
                                 Drachenordens, Illuminationen Missale Nachlass im Topkapi Museum Istanbul
                                 Krönungskapelle der Könige von Bobovac
                                 Bogomilen Katharer Templer und Rittertum in Bosnien Bulgarien
                                 Stecaci mittelalterliche Grabmonumente Bosnien altiranische Ornamentik
                                 Stiftung des Gold- und Silberschatzes von Zadar, Familiensarkophag des Hl. Simeon
                                 Feldherr Prinz Vlatko Vukovich, kroatoserbischer Voiwode, Neffe von Tvrtko I
                                 Glagolithische Liturgie
                                 Glagolitische Schrift Reformgedanken des Ostens
                                 Königsburgen Bosniens Großfürst Veliki Vojvodja Hrana Vukovich
                                 Herceg Vukcic de St. Sava und Kaiser Friedrich III Begründung der Hercegovina
                                 Elisabeth von Bosnien
                                 Katharina Vukcic Kosaca Kotromanich  Königin von Bosnien, seliggespr. Sixtus IV.
                                 Das Naheverhältnis zur letzten Byzantinischen Kaiserdynastie der Palaiologos, Bosniens 
                                 spezielle Herrschaftsform zwischen Byzanz und Rom
                                 Die Hochzeit des Großfürsten Iwan III. von Moskau
                                 Fürst Bozhidar Vukovich, Venedig, nennt sich Voivod Paladin Dionisio del Vecchio, 
                                 bedeutendste slawische Buchdruckwerkstatt, Buchdenkmäler Sofia National Library, 
                                 British Museum, Mileseva monastery
                                 Klingenbacher Missale Georgius Vukovich de Jastrebarska ältestes Dokument der           
                                 Burgenlandkroaten



















 






Die Privacy südosteuropäischer Fürstenhäuser und ihrer frühen Wurzeln








Bei den orientalischen und manchmal auch okzidentalischen Fürsten begegnet man recht oft der Bezeichnung "Sohn des Himmels" oder "Sohn der Sonne". Die gleiche Erscheinung tritt unter den alten Steppenvölkern bei den Chasaren und bei den von chasarischer Herrschaft befreiten, selbständig gewordenen Ungarn auf. Diese Erscheinung stammt aus der gleichen Wurzel wie der Mythos vom Kampf zwischen Licht und Finsternis. Es ist kein Zufall, wenn in der Legende des hl. László der ungarische König das Licht, die Sonne repräsentiert (Gyula László, Steppenvölker und Germanen, 1970). Und es ist kein Zufall, daß die steinerne Raumausstattung der Schwur- und Vereidigungshöhle des bosnischen Thronprätendenten, Ritter des Drachenordens, Fürst Hervojar Vukcic ebenso die dem noch antiken Mithraskult eigenen Symboliken der Sonne und des Mondes trägt.



In dem aus purem Gold angefertigten Schatz von Nagyszentmiklos ist der Adler, das Symbol der Sonne vorherrschend (G. László). Immer wieder erfolgt eine Zuordnung seiner Ikonographie zum altbulgarischen Kulturkreis. Eng kann man es jedoch nicht betrachten angesichts der dynamischen Migrationsstrukturen bestimmter ihre Gemeinschaften anführenden Clans. Die 23 Goldgefäße, 10 kg Gold im 7. und 8. Jh. gefertigt stellen einen im Donauraum verbliebenen Rest eines frühen awarischen Königshortes dar, welcher über längere Zeit Teil eines fürstlichen Schatzes darstellte. So wie der Goldschatz mit seinen Symboliken, so stammen auch die regionalen Fürstenhäuser aus einem stark barbarisierten, provinzialbyzantinischen Milieu im Aufeinandertreffen verschiedener Ostkulturen mit restbyzantinischen, iranisch-mittelasiatischen, spätsassanidischen und awarischen Elementen. Technische und stilistische Eigenheiten des Schatzes verweisen viel weiter als in die Nähe von Byzanz, nämlich tatsächlich über den alten Iran , vermutlich bis in den Kaukasus.
Die Traditionen einer expansiven Heiratspolitik dieser Epochen innerhalb des Herrschaftssegmentes verweist auf die in der Exogamie üblichen, ja obligatorischen Sitten sich Frauen aus fremden Sippen und Völkern zu holen.



Aus solchen kulturpolitischen Völkerwanderungsstrukturen tauchen nun der spätmittelalterliche neueuropäische bosnisch kroatisch serbisch ungarische Kotromanich Kosaca Vukovich Vukcic Clan auf. Die Stilistik ihres gewaltigen Gold- und Silberschatzes in Zadar mit ihren Reliquiaren, Büsten, Bursen und Schreinen, Kreuzen und Votivsilberhänden manifestiert die Stiftungsintentionen vor allem ihrer Stifterin der schönen Bogumilentochter Jelisava Kotromanich Elisabeth von Bosnien. Als Gemahlin des Königshauses von Anjou trägt sie ebenso die Krone von Neapel, Polen, Kroatien und Ungarn. Familiäre Bande sind geknüpft zu den bedeutenden Grafen von Cilli, ihr Cousin König Tvrtko nimmt sich nach seiner Selbstkrönung in alter Verbundenheit die Tochter des bulgarischen Zaren Ivan Stratsimir, das Recht dazu hat er anscheinend, so entstammen Tvrtko und sein Bruder Vuk als Begründer unserer Linie der Vukovich schon damals aus den Ältesten des südslawischen Raumes, die auch zu den Ältesten des ungarischen Reiches zählten.



Tvrtkos Neffe Voiwode Vlatko Vukovich erfährt als Prinz am Königshof seines Onkels unter der würdigen Nachfolge seines Vaters des Großfürsten Vuk die Ausbildung zum wichtigsten Heerführer Südeuropas. Unter seiner Ägide kämpfen 10 000 Mann, darunter bosnische Kroaten, der gesamte serbische Ritterstand, Ungarn, Bulgaren, albanische Fürsten, Polen und ein Kontingent von römisch katholischen Ordensrittern vom Hl. Johannes zu Jerusalem. Seine völkerverbindende Struktur wurzelt jedenfalls im Selbstverständnis der völkischen Bandbreite seiner eigenen familiären Wurzeln. Sämtliche Grabesstätten seiner Ritter stecaci weisen in ihren Ornamentiken auf den Sarkophagen und Epitaphen seltsamerweise damals ebenso protoiranische Ornamentstrukturen auf.



Das damalige offizielle Manifest der gesamteuropäischen Herrscherkongregation bildet der Drachenorden des Sigismund von Luxemburg. Herzog Ernst von Österreich, König Heinrich V. von England, Wladislav Jagiello von Polen, Vytautas Großfürst von Litauen, der berüchtigte Vlad II Bojar der Walachei und Herzog Hervojar Vukcic wurden als Ordensritter aufgenommen und vereidigt, sie knien vor den in den Stein gemeißelten flackernden Symbolen von Schatten und Licht, unter dem Schutze des hl. Michael geschmückt mit dem geheimnisvollen Ourobouros. Der Ourobouros, das Symbol des Drachenordens, ein Drache, welcher sich selbst in sein Hinterteil beißt, erscheint in der Kunstgeschichte nur in den bronzenen und goldenen Rollwerksornamenten der frühesten Steppenvölker Asiens.





Zitat Miroslav Krleza, 1972
An den Goldplättchen, der mit göttlichem Blut gefüllten Kelche, haftet noch der Atem ganzer Geschlechter, die in dämonischer Autosuggestion dumpfer weihraucherfüllter Betäubung aus Gelübde, Verdammung, Hexerei und Gebet vor ihnen gekniet hatten. Die Welle asiatischer Zauberkünste bildete schon zu Beginn unserer Zeit die Grundlage der antiken Weltanschauung, und so ist es nur natürlich, daß diese nicht ohne Einfluß auf die Entwicklung des Christentums bleiben konnte. Das Christentum wurde als eine der größten moralphilosophischen Bewegungen aller Zeiten im Rahmen der sozialpolitischen Gärungsprozesse jenes fernen Zeitabschnittes gestaltet, als die antiken Götter im Sterben lagen, deren Agonie mehrere tragische Jahrhunderte, ja fast ein Jahrtausend währte.
Dies ist mein geistiges Erbe.